Mysimba (Naltrexon und Bupropion): Wirkung und Risiken

Mysimba ist eine Retardtablette mit zwei Wirkstoffen, Naltrexon und Bupropion, die in der EU zum Gewichtsmanagement bei Erwachsenen zugelassen ist, und zwar nur zusätzlich zu einer kalorienreduzierten Ernährung und mehr körperlicher Aktivität. Mysimba ist verschreibungspflichtig und hat zahlreiche Gegenanzeigen. Hier lesen Sie anhand der aktuellen Fachinformation, für wen das Präparat infrage kommt, wie die Dosis aufgebaut wird, welche Risiken bekannt sind und nach welchen Regeln die Behandlung überprüft und beendet wird.

Inhaltsstoffe und Wirkweise

Jede blaue, runde Retardtablette enthält 8 mg Naltrexonhydrochlorid und 90 mg Bupropionhydrochlorid sowie Lactose; bei seltener erblicher Galactose-Intoleranz, völligem Lactasemangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption soll sie nicht eingenommen werden. Naltrexon blockiert den µ-Opioidrezeptor, Bupropion hemmt schwach die Wiederaufnahme der Botenstoffe Dopamin und Noradrenalin. Laut Fachinformation wirken beide im Hypothalamus, der die Nahrungsaufnahme mitsteuert, und im Belohnungssystem des Gehirns; wie die appetitdämpfende Wirkung im Einzelnen zustande kommt, ist nicht vollständig geklärt.

Mysimba zählt damit zu den zentral wirkenden Mitteln gegen Adipositas, anders als Orlistat, das im Magen und oberen Dünndarm fettspaltende Enzyme hemmt. Mehr dazu steht auf der Seite zu Orlistat und in der Übersicht der Abnehmtabletten; die GLP-1-Spritzen stellt ein eigener Vergleich gegenüber.

Für wen Mysimba zugelassen ist

Maßgeblich ist der Body-Mass-Index (BMI) zu Beginn der Behandlung: Zugelassen ist Mysimba für Erwachsene mit einem BMI ab 30 kg/m² und bei einem BMI von 27 bis unter 30 kg/m² nur mit mindestens einer gewichtsbezogenen Begleiterkrankung, etwa Typ-2-Diabetes, einer Fettstoffwechselstörung oder einem gut eingestellten Bluthochdruck.

Unter 18 Jahren wird Mysimba nicht angewendet; ab 65 Jahren ist Vorsicht geboten, über 75 Jahren wird es nicht empfohlen. In der Schwangerschaft, bei aktuellem Kinderwunsch und in der Stillzeit soll es ebenfalls nicht angewendet werden; Erfahrungen bei Schwangeren fehlen weitgehend, und beide Wirkstoffe gehen in die Muttermilch über.

BMI zu BehandlungsbeginnVoraussetzung laut Fachinformation
30 kg/m² und mehrErwachsene ab 18 Jahren
27 bis unter 30 kg/m²zusätzlich mindestens eine gewichtsbezogene Begleiterkrankung, z. B. Typ-2-Diabetes, Dyslipidämie oder kontrollierte Hypertonie
unter 27 kg/m²vom Anwendungsgebiet nicht erfasst

Einnahme und Dosierung

Begonnen wird mit einer Tablette morgens; Woche für Woche kommt eine Tablette hinzu, bis ab der vierten Woche zwei Tabletten morgens und zwei abends eingenommen werden. Das ist zugleich die Tageshöchstdosis mit 32 mg Naltrexonhydrochlorid und 360 mg Bupropionhydrochlorid. Die Tabletten werden unzerkaut und ungeteilt mit Flüssigkeit geschluckt, bevorzugt zu einer Mahlzeit, weil die Studiendaten auf der Einnahme mit Nahrung beruhen. Wegen möglicher Schlafstörungen rät die Packungsbeilage von einer Einnahme kurz vor dem Schlafengehen ab.

Bei mittelschwerer oder schwerer Einschränkung der Nierenfunktion und bei leichter Einschränkung der Leberfunktion liegt die Höchstdosis bei einer Tablette morgens und einer abends; bei mittelschwerer Leberfunktionsstörung wird Mysimba nicht empfohlen. Bei erhöhtem Risiko für Nierenprobleme, vor allem bei Diabetes und im höheren Alter, soll vor Beginn die Nierenfunktion (eGFR) bestimmt werden.

WocheMorgensAbendsTabletten am Tag
1101
2112
3213
ab 4224

Ergebnisse der Zulassungsstudien

In den vier placebokontrollierten Zulassungsstudien der Phase III erhielten 4.536 Teilnehmende mit Adipositas oder Übergewicht, durchschnittlich 46 Jahre alt und mit einem mittleren BMI von 36 kg/m² zu Studienbeginn, Naltrexon und Bupropion oder Placebo, jeweils zusätzlich zu Schulungen oder einem Programm für Ernährung und Bewegung. Die Tabelle stellt die Ergebnisse beider Gruppen gegenüber.

Für die mittlere Abnahme wurde bei vorzeitigem Studienende der zuletzt gemessene Wert verwendet. Der Anteil mit mindestens 5 % Abnahme bezieht sich auf alle randomisierten Teilnehmenden; wer die Studie vorzeitig verließ, wurde als ohne Abnahme gewertet. In Woche 52 lag die Therapietreue in beiden Gruppen bei 55 %. Aus diesen Mittelwerten lässt sich das Ergebnis im Einzelfall nicht ablesen.

Studie und DauerTeilnehmende und BegleitprogrammMittlere Abnahme: Naltrexon/Bupropion gegenüber PlaceboMindestens 5 % abgenommen: Naltrexon/Bupropion gegenüber Placebo
NB-301, 56 WochenAdipositas oder Übergewicht; regelmäßige Schulung zu Kalorienzufuhr und Bewegung5,4 % gegenüber 1,3 %31 % gegenüber 12 %
NB-302, 56 WochenAdipositas oder Übergewicht; intensives Programm zur Verhaltensänderung mit 28 Gruppensitzungen, strenger Diät und Trainingsprogramm8,1 % gegenüber 4,9 %46 % gegenüber 34 %
NB-303, 28 WochenAdipositas oder Übergewicht; regelmäßige Schulung zu Kalorienzufuhr und Bewegung5,7 % gegenüber 1,9 %42 % gegenüber 14 %
NB-304, 56 WochenÜbergewicht oder Adipositas mit Typ-2-Diabetes; regelmäßige Schulung zu Kalorienzufuhr und Bewegung3,7 % gegenüber 1,7 %28 % gegenüber 14 %

Wann die Behandlung beendet wird

Wer nach 16 Wochen nicht mindestens 5 % des Ausgangsgewichts verloren hat, soll die Behandlung laut Fachinformation beenden; bei 100 kg zu Beginn liegt die Schwelle bei 95 kg. Laut Packungsbeilage kann es mindestens 16 Wochen Einnahme brauchen, bis sich die volle Wirkung entfaltet.

Danach wird jedes Jahr neu beurteilt, ob die Behandlung noch sinnvoll ist und ob sich das Herz-Kreislauf-Risiko verändert hat. Nach einem Jahr soll Mysimba abgesetzt werden, wenn ein Verlust von mindestens 5 % des ursprünglichen Körpergewichts nicht erreicht ist oder nicht gehalten wird. Unabhängig von diesen Fristen endet die Behandlung bei Bedenken zur Sicherheit oder Verträglichkeit, zum Beispiel wegen steigender Blutdruckwerte.

Was die EMA-Überprüfung geändert hat

Die Regeln zur Langzeitanwendung hat die Europäische Arzneimittel-Agentur nach einer Überprüfung präzisiert und verstärkt, die im September 2023 auf Ersuchen der Europäischen Kommission begann, weil Bedenken zu einem möglichen langfristigen Risiko für Herz und Blutkreislauf bestanden. Mit der Entscheidung der Kommission vom 22. Mai 2025 blieb die Zulassung bestehen, allerdings mit Auflagen.

Für eine Anwendung bis zu zwölf Monaten zeigen die bisherigen Studien keine Bedenken zur Herz-Kreislauf-Sicherheit, für die Zeit danach reichen die Daten nicht aus. Eine laufende Studie (INFORMUS) soll das klären, Ergebnisse werden für 2028 erwartet. Wer Mysimba verschreibt, muss laut Fachinformation das Schulungsmaterial mit einer Checkliste zur Verringerung der Risiken kennen. Jeder Packung liegt eine Patientenkarte mit Sicherheitsinformationen bei, die Sie immer bei sich tragen sollten.

Gegenanzeigen

Nach Abschnitt 4.3 der Fachinformation darf Mysimba nicht eingenommen werden bei:

  • Überempfindlichkeit gegen Naltrexon, Bupropion oder einen sonstigen Bestandteil
  • unkontrolliertem, also nicht ausreichend eingestelltem Bluthochdruck
  • Krampfanfällen, egal ob jetzt oder früher
  • einem bekannten Tumor des zentralen Nervensystems
  • akutem Entzug von Alkohol oder Benzodiazepinen
  • einer bipolaren Störung in der Vorgeschichte
  • Bulimie oder Anorexie, jetzt oder früher diagnostiziert
  • Einnahme eines weiteren Arzneimittels mit Bupropion oder Naltrexon
  • derzeitiger Abhängigkeit von Opioiden, auch von opioidhaltigen Arzneimitteln, einer Substitution mit Methadon oder Buprenorphin und akutem Opioidentzug
  • Einnahme von MAO-Hemmern; nach deren Ende müssen mindestens 14 Tage vergehen, bevor Mysimba begonnen wird
  • schwerer Einschränkung der Leberfunktion
  • terminaler Niereninsuffizienz

Blutdruck und Herz

In den Zulassungsstudien stieg der Blutdruck anfangs im Mittel vorübergehend um bis zu 1 mmHg; nach der Markteinführung wurden jedoch hypertensive Krisen während der Dosissteigerung gemeldet. Blutdruck und Puls werden deshalb vor Beginn gemessen und danach regelmäßig kontrolliert; steigen sie deutlich und anhaltend, wird Mysimba abgesetzt.

Vorsicht gilt bei gut eingestelltem Bluthochdruck, aktiver koronarer Herzkrankheit und Durchblutungsstörungen des Gehirns. Nach einem kürzlich erlittenen Herzinfarkt, bei instabiler Herzerkrankung oder schwerer Herzschwäche (NYHA-Klasse III oder IV) gibt es keine klinischen Erfahrungen. Bupropion kann außerdem ein Brugada-Syndrom demaskieren, eine seltene erbliche Herzrhythmusstörung; Vorsicht gilt deshalb auch bei Herzstillstand oder plötzlichem Tod in der Familie.

Psychische Nebenwirkungen und Suizidgedanken

Weil Bupropion in manchen Staaten als Antidepressivum zugelassen ist, enthält die Fachinformation den Warnhinweis dieser Arzneimittelgruppe: In einer Meta-Analyse hatten Erwachsene unter 25 Jahren mit psychiatrischen Erkrankungen unter Antidepressiva ein erhöhtes Risiko für suizidales Verhalten. Nach der Markteinführung von Mysimba wurden suizidale Ereignisse, auch Suizidgedanken, bei Behandelten jeden Alters gemeldet. Besonders zu Beginn und nach jeder Dosisänderung ist deshalb auf eine schlechtere Stimmung, auf Suizidgedanken und auf ungewöhnliches Verhalten zu achten; treten sie auf, ist umgehend ärztlicher Rat nötig.

Bei Suizidgedanken ist die TelefonSeelsorge Tag und Nacht kostenfrei unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 und 116 123 erreichbar; in akuter Gefahr wählen Sie den Notruf 112. Vorsicht gilt auch bei Manie oder Hypomanie in der Vorgeschichte. Panikattacken traten vor allem bei Menschen mit psychischen Vorerkrankungen auf, meist während der Dosissteigerung oder nach einer Dosisänderung.

Krampfanfälle und Autofahren

Bupropion kann dosisabhängig Krampfanfälle auslösen, laut Packungsbeilage bei bis zu 1 von 1.000 Behandelten. Das Risiko steigt nach schweren Kopfverletzungen, bei übermäßigem Alkoholkonsum, bei Abhängigkeit von Kokain oder anderen Stimulanzien, durch Unterzuckerung bei Diabetes und mit Arzneimitteln, die die Krampfschwelle senken. Nach einem Anfall unter Mysimba wird die Behandlung beendet und nicht wieder begonnen.

Schwindel, Schläfrigkeit und Bewusstseinsverlust können die Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen, vor allem in der Phase der Dosissteigerung. Setzen Sie sich nicht ans Steuer und bedienen Sie keine Maschinen, bis Sie wissen, wie Sie das Präparat vertragen.

Opioide und Serotoninsyndrom

Naltrexon blockiert die Opioidrezeptoren. Opioide wie Tramadol, Morphin oder Codein, auch in Husten-, Erkältungs- und Durchfallmitteln, wirken unter Mysimba deshalb möglicherweise nicht vollständig. Vor Beginn müssen Opioide seit mindestens 7 bis 10 Tagen abgesetzt sein; wird eine Opioidtherapie nötig, etwa bei einer Operation, wird Mysimba mindestens 3 Tage vorher beendet. Wer die Blockade mit höheren Opioiddosen zu überwinden versucht, riskiert eine lebensgefährliche Vergiftung; nach dem Absetzen reagieren Sie möglicherweise empfindlicher auf Opioide.

Zusammen mit Opioiden wie Tramadol oder Methadon und mit Antidepressiva der Gruppen SSRI und SNRI wurde ein Serotoninsyndrom beobachtet, eine potenziell lebensbedrohliche Reaktion mit Unruhe, Fieber über 38 °C, Herzrasen, Muskelsteifheit und Magen-Darm-Beschwerden.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Bupropion hemmt das Enzym CYP2D6 und wird selbst vor allem über CYP2B6 abgebaut; vor einer Verordnung wird deshalb die gesamte Medikation geprüft. Die Fachinformation nennt unter anderem:

  • bestimmte Antidepressiva und Antipsychotika, Betablocker wie Metoprolol sowie Propafenon und Flecainid: ihre Spiegel können steigen; neu begonnen wird niedrig dosiert, bei laufender Einnahme wird eine Dosisreduktion erwogen
  • Tamoxifen: möglicherweise schwächer wirksam
  • Carbamazepin, Phenytoin, Ritonavir, Efavirenz, Valproat, Clopidogrel und Ticlopidin: veränderter Abbau von Bupropion, die Wirksamkeit von Mysimba kann beeinflusst werden
  • Levodopa und Amantadin: häufiger Übelkeit, Erbrechen und neuropsychiatrische Nebenwirkungen
  • Digoxin: der Spiegel kann sinken und nach dem Absetzen von Mysimba wieder steigen
  • Insulin und andere blutzuckersenkende Mittel: Risiko einer Unterzuckerung, die Dosis wird überprüft
  • Malariamittel, Theophyllin, systemische Steroide, Chinolone und sedierende Antihistaminika: niedrigere Krampfschwelle

Nebenwirkungen

Sehr häufig, also bei mehr als 1 von 10 Behandelten, sind Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung und Kopfschmerzen. Häufig sind unter anderem Angst, Schwindel, Zittern, Schlafstörungen, Mundtrockenheit, Geschmacksstörungen, Herzklopfen, Hitzewallungen, erhöhter Blutdruck, starkes Schwitzen und Haarausfall. In den klinischen Studien brachen 23,8 % der Teilnehmenden die Behandlung wegen einer Nebenwirkung ab, unter Placebo 11,9 %.

Brechen Sie die Einnahme ab und holen Sie umgehend ärztliche Hilfe bei Schwellungen von Gesicht, Lippen, Zunge oder Hals mit Atem- oder Schluckbeschwerden, bei schweren Hautreaktionen mit Blasen, Hautablösung oder Geschwüren an Mund oder Augen und nach einem Krampfanfall. Ebenso dringend abzuklären sind Zeichen eines Serotoninsyndroms und starke Muskelschmerzen oder Muskelschwäche. Bei Verdacht auf eine arzneimittelbedingte Leberschädigung wird Mysimba ebenfalls beendet.

Was kostet das?

Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt Mysimba nicht: § 34 Abs. 1 SGB V schließt Arzneimittel aus, die überwiegend zur Abmagerung, zur Zügelung des Appetits oder zur Regulierung des Körpergewichts dienen. Gesetzlich Versicherte zahlen es bei einer Verordnung deshalb selbst; die Kosten nennt die Apotheke. Ob eine private Versicherung zahlt, hängt vom Vertrag ab.

Kontrollen in der Praxis und Notfälle

Vor einer Verordnung werden Blutdruck und Puls gemessen; bei Diabetes oder über 65 Jahren werden möglicherweise auch Blutwerte bestimmt. Danach folgen regelmäßige Blutdruckkontrollen, die Bewertung nach 16 Wochen und jährliche Beurteilungen. Sinnvoll ist deshalb eine Hausarzt- oder Facharztpraxis, die die Behandlung über die gesamte Dauer begleitet.

Fallen Ihnen unter der Behandlung neue Beschwerden auf, etwa Herzklopfen oder deutlich höhere Blutdruckwerte, ist die Hausarztpraxis die erste Anlaufstelle; ist sie geschlossen, hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117. Bei starken Brustschmerzen, einem Krampfanfall, Atemnot, einer Schwellung von Gesicht oder Hals oder akuter Suizidgefahr wählen Sie den Notruf 112. Diese Seite gibt die Produktinformation wieder und ersetzt keine ärztliche Beratung.

Ist Mysimba verschreibungspflichtig?

Ja. Laut Anhang II der Produktinformation unterliegt Mysimba der Verschreibungspflicht, und in Anlage 1 der Arzneimittelverschreibungsverordnung stehen Naltrexon und Bupropion ohne Ausnahmen. Eine rezeptfreie Form gibt es nicht, einen Anspruch auf eine Verschreibung ebenfalls nicht.

Wie viel Gewicht verliert man mit Mysimba?

Für den Einzelfall lässt sich das nicht vorhersagen. In den Zulassungsstudien hing die mittlere Abnahme von den Bedingungen ab: Mit einem intensiven Programm zur Verhaltensänderung fiel sie größer aus, bei Typ-2-Diabetes etwas geringer, und auch unter Placebo nahmen die Teilnehmenden ab. Ob die Behandlung im eigenen Fall genug bewirkt, zeigt die Kontrolle nach 16 Wochen: Ohne eine Abnahme um mindestens 5 % des Ausgangsgewichts wird sie laut Fachinformation beendet.

Ist Mysimba ein Antidepressivum?

Nein, als Arzneimittel ist Mysimba ausschließlich zum Gewichtsmanagement zugelassen. Sein Wirkstoff Bupropion ist aber auch in Präparaten gegen Depressionen und zur Raucherentwöhnung enthalten. Deshalb gelten die Warnhinweise zu Suizidgedanken, und andere bupropionhaltige Arzneimittel dürfen nicht gleichzeitig eingenommen werden.

Darf man bei Mysimba Alkohol trinken?

Die Fachinformation rät, Alkohol während der Behandlung zu reduzieren oder zu meiden: Viel Alkohol kann das Risiko für Krampfanfälle erhöhen, und unter Bupropion wurde selten eine verminderte Alkoholverträglichkeit berichtet. Wer derzeit viel trinkt, sollte nicht abrupt aufhören, weil auch das Anfälle begünstigt; ein akuter Alkoholentzug schließt die Behandlung aus.

Was tun, wenn man eine Tablette vergessen hat?

Lassen Sie die vergessene Dosis aus und nehmen Sie die nächste zur gewohnten Zeit, ohne die Menge zu verdoppeln. Wurden versehentlich zu viele Tabletten eingenommen, steigt vor allem das Risiko eines Krampfanfalls; wenden Sie sich dann ohne Abwarten an eine Arztpraxis oder die Notaufnahme, bei Krampfanfall oder Bewusstlosigkeit an den Notruf 112.

Ist Mysimba in Deutschland erhältlich?

Mysimba ist zentral für die gesamte EU zugelassen, also auch für Deutschland. Ob es in Apotheken vorrätig ist, folgt daraus nicht; laut Packungsbeilage werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht. Ob Ihre Apotheke das Präparat beschaffen kann, erfahren Sie dort.

Medizinisch geprüft vom Arzt Damian Wojno (polnische Approbation, Nr. 3211301).